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Kurs: Kommunikation praktisch und konkret

Digitaler Ausflug:
Wie weiter mit meinem digitalen Content?

Bildungkirche / Kurs: Kommunikation praktisch und konkret
Kurstag 5 vom 11. September 2020, Kloster Kappel
Links und Stichworte zum Referat vom Vormittag
Samuel Krucker, Reformierte Medien

Fragen und Anregungen gerne an:
samuel.krucker@ref.ch


Wichtige Faktoren beim Aufbau einer digitalen Aktivität

  • Meine Botschaft, besser: Meine Leidenschaft
  • Meine Motivation, meine Kapazität
  • Was ist mein Ziel?
  • Welche Zielgruppe will ich erreichen?
  • Auf welchen Kanälen bin ich aktiv?
  • Wie gestalte ich meinen Content?
  • Content produzieren:
    ausprobieren, evaluieren, zuhören, einbringen, verbessern,
    Format weiterentwickeln
  • Content publizieren und Dialog führen
    (z.B. auch Kommentare beantworten)

Meine Leidenschaft

Schönes Beispiel:
Pasta Grannies

Weiteres Beispiel:
Color your Life

Wenn ich an einem Thema wenig Interesse habe (oder es mir „verordnet“ wird), sind das schlechte Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Aktivität.


Meine Motivation

Oftmals Dilemma für uns als Kirche:

  • Kirchgemeinde als Arbeitgeber finanziert Gemeinedarbeit.
  • Ist eine Aktivität im digitalen Raum (der keine Gemeindegrenze kennt) damit vereinbar?
  • Darf ich im Rahmen meiner Anstellung im digitalen Raum aktiv sein?
  • Erhalte ich Stellenprozente für die Arbeit im digitalen Raum?
  • Arbeit im digitalen Raum heisst auch: Mit Menschen in Beziehung treten, die nicht Mitglieder meiner Kirchgemeinde sind.
  • Habe ich Kapazität dafür, wie begrenzt ist dieses?

Wessen Aufgabe ist es, die reformierte kirchliche Präsenz im digitalen Raum zu fördern?

  • Kirchgemeinde? Als Beitrag zu einer sichtbaren reformierten Kirche (oder noch weiter gefasst der christlichen Kirche)?
  • Landeskirche? (z.B. Reflab)
  • oder auf nationaler Ebene bei der EKS?
  • Beispiel: Förderung von digitalen Akteuren durch die EKD:
    Yeet Netzwerk (sehr interessante Kanäle vertreten, unbedingt anschauen)

Ziel einer digitalen Aktivität

Was wollen wir (ich als Person, wir als Kirche) im digitalen Raum bewirken?

(Zu Beginn) nie den Fokus auf Nuterzahlen legen, sondern sich einfach auf die Produktion von gutem Content konzentrieren und Dialog mit den Followern und Nutzern führen.
(Alles weitere ergibt sich oft von selbst.)


Zielgruppe und Kanäle

Wer ist auf welchen Kanälen unterwegs?

Geschäftsmodell der Plattformen verstehen

(Typische Entwicklungen, die eine Platttform durchmacht)

  • Erster Schritt: Zu Beginn alles kostenlos und ohne Werbung:
    Schnelles Wachstum, Nutzerbasis aufbauen
  • Zweiter Schritt: Nutzer möglichst gut kennen lernen:
    Interaktionen der Nutzer analyiseren und ein Interessenprofil erstellen
  • Dritter Schritt: Die Verweildauer möglichst maximieren und sobald die Nutzerzahlen genügend gross sind: Webung einblenden
  • (noch weiterführend: grosse Reichweite generell kostenpflichtig machen)
  • Situation am Ende: Der User sieht nur noch eine stark auf seine Interessen beschränkte Auswahl an Inhalten! Oft ist Werbung überpräsent und manchmal nicht mehr als solche erkennbar (wird teils im gleichen Layout dargestellt wie die Nutzerbeiträge).

Der Feed, Algorithmen zur Gewinnmaximierung
(Es geht am Ende ums Geld…)

  • Datensammeln! Die Plattform versucht, ein Interessenprofil des Nutzers immer mehr zu vervollständigen und seine Verhaltensweisen immer besser kennen zu lernen, indem seine Interaktionen auf der Plattform analysiert und über die eigene Plattform hinaus Daten über den Nutzer gesammelt werden (z.B. mittels „Teilen-Buttons“ auf diversen Webseiten, News-Portalen usw.).
  • Ziel: Den Nutzern im Feed (kontinuierlicher Strom aus Aktualisierungen und Informationen) den perfekt auf sie zugeschnittenen Content anzeigen und somit die Verweildauer maximieren.
  • Werbung nach Interesse des Nutzers wählen und in den Feed einspielen.
  • Nachteil für den Nutzer: Der im Feed gezeigte Content wird aufgrund der Auswahl durch Algorithmen einseitig!
  • Beispiel Spotify => Playlist „Dein Mix der Woche“ enthält immer den gleichen Musikstil, den ich sowieso schon höre, ich entdecke so keine neue Musik.

Spezielle Herausforderung für unsere kirchlichen Inhalte

Unser Content konkurriert im Feed mit allen anderen Inhalten (z.B. Katzenvideos), die meist einfach mehr Aufmerksamkeit erreichen.
Passend dazu: Thesenpapier (ziemlich provokativ)

Zu überlegen

  • Lohnt es sich, in Plattformen Reichweite für unsere Beiträge zu kaufen?
  • Eher Nein, besonders nicht für theologische/religiöse Inhalte.
  • Durch die gekaufte Reichweite finden nicht unbedingt mehr User unseren Content spannend.
  • Deshalb (Erinnerung): Nutzerzahlen nicht als das wichtigste Kriterium sehen!
  • User, die sich für kirchlichen Content interessieren, sehen dank den intelligenten und lernfähigen Algorithmen unsere Beiträge oftmals sowieso weit oben in ihrem Feed.
  • Bei Dingen von eher allgemeinem Interesse (Klassisches Konzert in der Kirche) ist ein „gesponserter“ Beitrag z.B. auf Facebook oder Instagram vielleicht aber dennoch eine Möglichkeit.
  • (Input Simone:) Interne Kontakte (z.B. Vorbereitungsteam eines Projekts oder Mitglieder des Chors) dazu motivieren, wichtige Beiträge zu teilen, liken, kommentieren, da Beiträge durch Interaktion als interessanter gewertet werden und folglich mehr Nutzern im Feed angezeigt werden (=> kostenlos zu mehr Reichweite).
  • Vorsicht aber: Von Personen Interaktionen über deren privates Netzwerk zu fordern, kann auch übergriffig sein, da je nach Gegebenheit der Plattform die Interanktion (vielleicht ungewollt) für das ganze Kontaktenetzwerk dieser Person sichtbar ist. Oft sind sich Social Media User nicht bewusst, welche Aktivitäten wo und für wen sichtbar sind! Das kann unangenehme Folgen haben. 😉

Sich nicht durch Plattformen instrumentalisieren lassen, sondern sich diese zu Nutzen machen.


Trends

Tiktok, Instagram Reels (generell „Kurzvideos“)

Fazit:

  • Taugt Tiktok für kirchliche Inhalte? 😉 Hmmm.
  • bisher kaum kirchliche Inhalte… (ausser)
  • vielleicht für Roundabout?
  • Kurzvideos wären aber generell sehr interessant und geeignet z.B. Teaser-Ausschnitte aus euren längeren Podcastfolgen oder Videoformaten oder als Vorschau/Einladung für analoge Veranstaltungen.

Umgang mit Widerstand und Hasskommentaren

Sich bewusst sein:

  • Unsere digitale Aktivität findet nicht im „geschützten“ Raum statt, den wir oft in unserer Kirchgemeinde haben!
  • Unsere Inhalte stossen nicht generell auf Interesse und Wohlwollen.
  • Es wird Kritik und andere Meinungen geben, da weitgehend anonym, sind auch Verfehlungen in Ton und Anstand keine Seltenheit!
  • Bereits zu Beginn der Aktivität überlegen, wie wir möglichen negativen Reaktionen begegnen können, um vorbereitet zu sein, wenn eine solche Situation auftritt.
  • Beispiel: Theresa Brückner, Kommentar Youtube
  • Beispiel: Callen Schaub: Das ist keine Kunst! (ab 5:15)

Ein paar Tipps zum Schluss

  • Aktivitäten im digitalen Raum nutzen, um die Aktivitäten im realen Leben zu ergänzen (oder umgekehrt), Anknüpfungspunkte suchen.
  • Social Media nutzen für Dialog und Interaktionen mit den Followern/Nutzern, nicht nur als Sender in Aktion treten.
  • Beiträge zur richtigen Zeit posten, möglichst wenn die eigenen Follower und die Nutzer meiner Zielgruppe online sind, weil neue/aktuelle Beiträge auch bessere Chancen haben, im Feed der Nutzer prominent angezeigt zu werden. (Bester Zeitpunkt durch Ausprobieren herausfinden, je nach Zielgruppe und Konzext sehr unterschiedlich.)
  • Wichtig bei (Audio-)Podcasts: In Verzeichnisse eintragen, z.B. Spotify, Apple Podcasts und Google Podcasts (einen Hoster suchen, der meinen Podcast direkt in diese Verzeichnisse einträgt, z.B. Podigee)
  • Lernen mit Youtube Videos: Es gibt zahlreiche Tutorials, einfach nach einem Thema suchen auf youtube.com und sich 3-4 Videos dazu anschauen. Das gibt meist schon einen guten Überblick.
    Beispiel: „video beleuchtung ausleuchtung“ oder „video für instagram optimieren“
  • Freie Musikbibliothek Youtube (Zugriff nur mit einem Google/Youtube-Account möglich)

Technik Ausrüstung

Häufige Schwierigkeiten: