1983: Evangelischer Mediendienst

Die Namensänderung von «Vereinigung FRF» zu «Evangelischer Mediendienst» geht einher mit einer Neuorientierung: Der EM, wie er kurz heisst, versteht sich als deutschschweizerische Medienorganisation mit breitem Auftrag. Dieser kommt zum Ausdruck in den im gleichen Jahr von den drei Landeskirchen gesamtschweizerisch beschlossenen Thesen «Zur Entwicklung der Massenmedien», die auf den Umbruch der Medienlandschaft antworten (Privatradio und Privatfernsehen, Teletext, Computerisierung, Videotex – ein Vorläufer des Internet). 1986 gibt sich der EM ein Leitbild, das die Thesen von 1983 konkretisiert. Darin heisst es: «Der EM ist im Medienbereich eine Dienstleistungs-, Beratungs- und Produktionsorganisation und bietet sowohl Weiter- wie Ausbildung an.»

Die seit Beginn der achtziger Jahre verfolgte Idee eines kirchlichen Medienhauses wird 1986 mit der Zusammenlegung dreier zürcherischer EM-Standorte in Zürich-Örlikon halb verwirklicht. Der Filmdienst mit der Dokumentation und das Sekretariat bleiben vorerst in Bern. Bereits wird aber ein Zusammengehen mit dem kirchlichen Printbereich diskutiert.
Pfarrer Max Wyttenbach (Bern), der den EM zwanzig Jahre lang präsidiert hatte, wird 1988 von Pfarrer Robert Furrer (Bern) abgelöst. Eine ultimative Sparforderung der Berner Kirche veranlasst den EM 1989 zum Abbau im Film- und AV-Bereich. Der EM sieht sich im Dauerclinch zwischen neuen Herausforderungen und Sparzwängen. Robert Furrer im Jahresbericht 1990: «Die Situation ist grotesk: Die Gesellschaft und die Menschen leben immer mehr von und mit den elektronischen Medien, und die Kirchen ziehen sich gerade hier immer mehr zurück.» Im Zuge einer Neuorganisation werden 1993 die bisher fast wie einzelne Spezialpfarrämter eingerichteten «Dienste» unter einer kollegialen Geschäftsleitung als Ressorts geführt. Erstmals taucht im Organigramm ein Ressort Kommunikation und Medien auf, das für die Grundlagenarbeit zuständig ist.