1968: Gründung der Vereinigung FRF

Natürlich ist kirchlicher Umgang mit Medien viel älter als hundert Jahre. Als Buchreligion war das Christentum von Beginn an ein mediales Phänomen. Mit dem Massenmedium Presse war die Kirche spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Berührung. Doch erst die Medien Film und Radio nahm sie als neuartige gesellschaftliche Einflusskräfte wahr, mit denen sie sich auseinandersetzen musste. Regelmässige Radiopredigten sind seit den 1920er und der Einsatz von Kinofilmen in Kirchgemeinden seit den 30er Jahren bezeugt. 1948 entsteht der Schweizerische Protestantische Film- und Radioverband, geplant als Dachverband örtlicher Sektionen mit dem Ziel, zu «verantwortungsbewusstem Sehen und Hören» zu erziehen und kirchliche Interessen beim Radio wie auch gegenüber der Filmwirtschaft zu vertreten.

Am 13. Mai 1968 gründen die deutschschweizerischen reformierten Kirchen in Bern die «Vereinigung evangelisch-reformierter Kirchen der deutschsprachigen Schweiz für kirchliche Film-, Radio- und Fernseharbeit», kurz «Vereinigung FRF». Deren prägende Persönlichkeit ist während zwei Jahrzehnten der Filmbeauftragte Pfarrer Dölf Rindlisbacher. Unter seinem Einfluss wird die Filmarbeit zum Bindeglied zwischen Kirche und moderner Kultur und erlebt eine Blütezeit. Die Filmzeitschrift, der Filmverleih und die Filmdokumentation – alle unter dem Namen «Zoom» – fusionieren sukzessive mit ihren katholischen Pendants. Seit den siebziger Jahren wird die ökumenische Zusammenarbeit in der kirchlichen Medientätigkeit stetig ausgebaut.

1973 kommt die vom Verein Junge Kirche Schweiz ins Leben gerufene Verleihstelle Bild und Ton (Fotos, Diaserien, Tonbilder) zur Vereinigung FRF, die damit ihr Engagement im Bereich der audiovisuellen Bildungsmedien verstärkt.

Nach langen Verhandlungen kann 1979 eine Vereinbarung zwischen den kirchlichen Mediendiensten und den Spitzen von Schweizer Radio DRS und Schweizer Fernsehen DRS abgeschlossen werden. Die «Vereinbarungen 1979» regeln die kirchliche Mitarbeit in religiösen Programmen und sind die Basis für die Tätigkeit des Radio- und des Fernsehbeauftragten.